Geldgeschichte

Geld ist eine der zentralen Erfindungen der Menschheit. Es ermöglicht erst die Entwicklung einer Wirtschaft, die über die Befriedigung der unmittelbaren individuellen Bedürfnisse hinausgeht.

Geld als Verrechnungseinheit
Die grundlegende Funktion von Geld ist die Bereitstellung eines Rahmen und von Masseinheiten zur Bemessung des Werts von Gütern und Leistungen. Zwei verschiedene Güter lassen sich miteinander in Relation bringen, im Sinn dass z.B. 2 Stück von "A" gleich viel wert sind wie 3 Stück von "B". Auf diese Weise könnte man nun immer mehr Paare derartiger Beziehungen formulieren und so ein umfassendes Bewertungssystem schaffen. Da dies nicht praktikabel ist, liegt es nahe, die verschiedenen Werte in Relation zu einer gemeinsamen Referenz festzulegen, in der z.B. "A" den Wert von 3 Einheiten und "B" von 2 Einheiten besitzt. Eine solche Verrechnungseinheit bildet die Grundlage von Austausch und Kredits. Entweder werden direkt Güter A" und "B" so ausgetauscht, dass ein Gleichstand erreicht ist. Oder, was plausibler ist (siehe z.B. im Buch von "Debt" von D. Graeber), die verschiedenen Angehörigen einer Gemeinschaft führen "Konten" über die im Lauf der Zeit ausgetauschten Güter und Leistungen. Der Gleichstand einer einzelnen Transaktion muss sich nicht sofort einstellen, sondern die Konten werden sich durch die gegenseitigen Transaktionen über die Zeit ausgleichen.

Geld als Zahlungsmittel
Aus verschiedenen Gründen kann ein Kreditsystem nicht zur Anwendung kommen, da eine der beteiligten Parteien nicht auf einen allmählichen Ausgleich ihres "Kontos" warten möchte und auf einer sofortigen Aufrechnung besteht. Der direkte Tauschhandel ist unpraktisch, da es unwahrscheinlich ist, dass genügend Objekte verfügbar sind, die sowohl demselben Wert entsprechen und von der jeweils anderen Partei akzeptiert werden. Wo dies nicht der Fall ist, wird ein Objekt benötigt, das einen (stabilen) akzeptierten Wert hat und von den verschiedenen Parteien in der Regel angenommen wird, d.h. die ursprünglich abstrakte Verrechnungseinheit verwandelt sich in ein physisches Zahlungsmittel. Dieses "universelle Tauschmittel" kann in der Form von Naturprodukten wie Schnecken, Steine, Pflanzensamen etc. bestehen, deren akzeptierter Wert durch Konvention festgelegt wurde. Seit etwa dem 6. Jh. BC ist die Verwendung von Metallklumpen nachgewiesen, deren Grösse und Gewicht der Herrscher als zentrale Instanz beurkundete und somit den zu akzeptierenden Wert vorschrieb. Dass Zahlungsmittel aus Metall bestehen und durch "die Obrigkeit" beurkundet sind, hat sich danach weltweit verbreitet. Das Metall wurde inzwischen weitgehend von Papier und Kunststoff abgelöst, die Beurkundung durch zentrale Instanzen hat bis auf weiteres Bestand.

Monetary History

Money is a crucial invention of mankind. Without it the development of an economy that goes beyond the fulfilment of the immediate individual needs would not have been possible.

Money as Unit of Account
The fundamental function of money is to provide a reference framework and units for the measurement of and attribution of values to goods and services. Two different goods are related in the sense that 2 pieces of "A" have the same pieces as 3 units of "B". Along this line one could formulate more and more such pair relations and thereby create a comprehensive valuation system. However, this is not practicable and one might rather proceed by relating the different values to a common reference quantity, in which e.g. "A" has the value of 3 units and "B" of 2 units. Such a unit of account is the basis for exchange and credit. Either, the goods "A" and "B" are directly bartered in such numbers that the transaction is balanced. Or, and this is more plausible (see e.g. in the book "Debt" by D. Graeber), the different members of a society create "accounts" for the various goods and services they exchange over time. A single transaction does not need to be settled immediately, instead the sum of the various transaction will balance the different accounts over time.



Money as Means of Payment
For various reasons a credit system may not be appropriate, since one of the parties involved in a transaction is not willing to wait for the gradual balance in his "account" and insists in the immediate settlement. Direct barter is unpractical since one cannot rely on sufficiently having objects at hand which both correspond in value and are acceptable to the parties involved. Hence, another object is needed which represents a well-accepted (stable) value and is generally accepted by any parties in a transaction. This means the original imaginary unit of account gets transformed into a physical means of payment. For such a "universal medium of exchange" one may use natural objects like snails, gemstones, beads etc. to which values are attributed by convention. Around the 6th century BC starts the usage of metal lumps where the local ruler acts as central instance to assert size and weight and thereby prescribe the value at which it has to be accepted. Afterwards, means of payment made of metal and certified by the "authorities" have spread through the ages and across the world. In the meantime, metal has been replaced by paper and polymer, but until further notice its value still needs to be asserted by a central instance.

Sprache des Geldes

Bezeichnungen und ihre Herkunft
Bei etwas so bedeutsamem wie Geld, sei es als (abstrakte) Verrechnungseinheit oder konkretes Zahlungsmittel, wird der Bezeichnung grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Namen leiten sich von den Gewichtseinheiten ab, die früher einmal ihren Wert bestimmt haben. Es gibt auch genügend Beispiele, in denen Geld nach Herrschern oder anderen Persönlichkeiten benannt wurde. Die Sprache des Geldes ist zuerst diejenige der Namen der Zahlungsmittel und ihrer Ursprünge.

Zahlen und Zählen
Um den Wert eines Objekts festzulegen, muss gezählt oder gemessen werden, wie vielen Verrechnungseinheiten es entspricht. Der eigentliche Bezahlvorgang, bei dem Zahlungsmittel gegen Güter oder Leistungen eingetauscht wird, besteht letztlich in Zählen. Die Sprache des Geldes ist vornehmlich auch diejenige des Zählens.

Benennen der Autorität
Der Wert der Währung und eines Zahlungsmittel wird (im Moment noch) durch eine zentrale Instanz festgelegt und bestätigt. Für lange Zeit war dies der jeweilige Herrscher, in dessen Gebiet das Geld ausgegeben und verwendet wurde. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhundert wird diese Funktion zunehmend durch Banken übernommen. Die Sprache des Geldes ist schliesslich auch die Sprache der Herrschaftssymbolik, der Bezeichnungen von Staaten, Herrschern oder Finanzinstituten.

Language of Money

Names and their Origins
Money is significant enough to draw considerable attention to the names, both for the (abstract) units of account and the physical representation in the form of coins for means of payment. Many names are derived from the units of weight which originally have determined their value. There are, however, many examples of money named after rulers or other historical persons. The language of money comprises the names of currencies and their origins.

Numbers and Counting
To determine the value of an object one needs to count or measure how many units of account it corresponds to. The actual payment act, by which goods or services are exchanged agains coins or other means of payment, consists in counting. The language of money prominently comprises numbers and counting.

Representing Authority
The value of a currency and of the means of payment is (still) determined and certified by a central instance. For long time this meant the ruler in whose realm the money had been issued. In the 19th century this function has been gradually taken over by commercial banks, which soon got replaced by state controlled central banks. The language of money, finally, is the language of representing power, names of states, rulers or financial institutes.

The website liganda.ch is intended to be a reference of informations for collectors, researchers, and other individuals interested in monetary history and linguistic aspects of modern numismatics. The data on this website can be freely used for non-profit purposes when properly credited. Any commercial usage of the data needs prior permission in writing from the owner.